Umweltverträglichkeitsstudie

Der achtstreifige Ausbau der A4 wirkt sich auf die Umwelt aus. Jeder Aspekt der Umweltverträglichkeit muss deshalb möglichst frühzeitig genau geprüft werden. Dies geschieht im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), zu deren Durchführung die Autobahn GmbH als Vorhabenträgerin verpflichtet ist.

Die UVP ist ein Instrument zur wirksamen Umweltvorsorge, deren Ergebnis bei der behördlichen Entscheidung über die Zulässigkeit eines Vorhabens berücksichtigt wird. Bei der UVP wird das Vorhaben im Hinblick auf die Umweltauswirkungen möglicher Varianten untersucht. Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Schutzgüter zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten. Das sind z.B. der Mensch, Tier und Pflanzen, aber auch Klima und Boden sowie kulturelle Stätten.

Die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) ist der Teil der UVP, in dem die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Schutzgüter textlich und kartografisch dargestellt wird. Der Untersuchungsrahmen der UVS orientiert sich an den Vorgaben des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG) und den entsprechenden Richtlinien.

Die drei Arbeitsschritte der Umweltverträglichkeitsstudie

1. Planungsraumanalyse

Im ersten Schritt identifizieren die Gutachter*innen innerhalb des Planungsraums diejenigen Bereiche, die aufgrund ihrer umwelt- und naturschutzfachlichen Bedeutung,

Empfindlichkeit und Schutzwürdigkeit ein hohes Konfliktpotential aufweisen. Hierzu werden aktuelle umweltrelevante Datenbestände erfasst und vollständig ausgewertet. Auf dieser Grundlage wird der Untersuchungsraum eingegrenzt und der Untersuchungsrahmen definiert.

Mit der Fertigstellung der Planungsraumanalyse werden die zu untersuchenden Tier- und Pflanzenarten sowie die Landschaftstypen festgelegt, um die Betroffenheit dieser Schutzgüter beurteilen zu können. Dazu werden vorliegende Daten Dritter abgefragt, auf Aktualität und Relevanz überprüft und teilweise durch eigene Datenerhebungen und Kartierungen ergänzt.

Für das Projekt A4plus wurde in der Planungsraumanalyse ein ca. 350 Hektar großer Untersuchungsraum abgesteckt. Er erstreckt sich zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Süd über die Rodenkirchener Rheinbrücke und die Anschlussstelle Köln-Poll bis zum Autobahnkreuz Köln-Gremberg über eine Länge von ca. 5,6 km. Zu beiden Seiten der Autobahn bzw. den Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle Köln-Poll wurde eine bis zu mehrere hundert Meter breite Randzone definiert. Das heißt natürlich nicht, dass die Autobahn auch so weit verbreitert wird. Aufgrund des möglichen Verlaufs einer denkbaren Tunnelvariante – diese Trasse müsste wegen technischer und räumlicher Restriktionen nach Norden ausschwenken – wurde der Untersuchungsraum im Zuge der technischen Planung im Bereich des Rheins nach Norden erweitert.

Abb. 1: Abgrenzung des Untersuchungsraums

2. Vertiefende Raumanalyse

Grafische Darstellung der Schutzgüter
Abb. 2: Relevante Schutzgüter (§ 2 UVPG)

In der vertiefenden Raumanalyse wird eine detaillierte Bestandserfassung und -bewertung aller im Untersuchungsraum liegenden Schutzgüter durchgeführt. Hierzu gehören die Schutzgüter Mensch (insb. Gesundheit), kulturelles Erbe, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Wasser, Boden, Klima/ Luft und Landschaft (s. Abb. 2).

Zunächst werden alle Schutzgüter systematisch erfasst, bewertet und in Karten dargestellt. Alle Schutzgüter gemeinsam betrachtet ergeben eine Raumwiderstandskarte für den Untersuchungsraum (s. Abb. 3).

Die UVS Schutzgutkarten und die Raumwiderstandskarte stehen als Download in der Mediathek  zur Verfügung.

Für den Ausbau der A4 besonders zu beachten sind das Gremberger Wäldchen, das einen besonders hohen Widerstand wegen seiner Wander- und Erholungsfunktion und naturräumlichen Ausstattung für Vögel und Fledermäuse darstellt, auch wenn es durch die Ausbauplanungen nur ganz am Rand tangiert wird. Weiterhin zu beachten sind der Nahbereich des Rheins als Biotopverbundflächen, die Wasserwerke Hochkirchen und Gremberg als Trinkwasserversorgung für den Kölner Süden sowie der denkmalgeschützte Äußere Grüngürtel, der insbesondere der Naherholung dient. Insgesamt weisen somit ca. zwei Drittel des Untersuchungsraums einen hohen Raumwiderstand (Klasse I) auf.

Abb. 3: Raumwiderstandskarte

3. Auswirkungsprognose/ Variantenvergleich

Die ermittelten Raumwiderstände dienen in der Folge dazu, die Varianten hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen systematisch zu vergleichen und auf dieser Grundlage die aus umweltfachlicher Sicht „beste“ Variante zu ermitteln. Diese Bewertung wird vorliegen, wenn der dritte UVS-Abstimmungstermin mit den relevanten Trägern öffentlicher Belange abgeschlossen ist (voraussichtlich Ende 2021).

Die umweltfachlich „beste“ Variante kann letztlich von der gesamtplanerischen Vorzugsvariante abweichen, da noch weitere Faktoren, wie beispielsweise objektplanerische Aspekte, in die Abwägung der Vorzugsvariante einfließen.

Die folgende Abbildung fasst den Ablauf der drei Arbeitsschritte der UVS zusammen:

Grafische Darstellung der Arbeitsschritte einer UVS der A4plus
Abb. 4: Arbeitsschritte einer UVS der A4plus

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