Verkehrsuntersuchung

Verkehrsmodell

Die großräumige Verkehrsuntersuchung Raum Köln-Bonn, einschließlich der Rheinspange 553, wurde vom Ingenieurbüro Brilon Bondzio Weiser erstellt und ist auch für das Projekt A4plus relevant.

Im ersten Schritt zur Erhebung der gegenwärtigen Verkehrsbelastungen und relevanten Verkehrsrouten wurden bereits vorhandene Datensätze ausgewertet. So zum Beispiel die Daten der periodischen Straßenverkehrszählung 2015 und der Dauerzählstellen der NRW-Verkehrszentrale Leverkusen. Auch die aktuellen Daten der Studie Mobilität in Deutschland (MiD) 2017 flossen in die Verkehrsuntersuchung ein. Um die Verkehrssituation im Planungsraum möglichst lückenlos abzubilden, wurden die vorhandenen Datensätze durch eigene Erhebungen des Büros Brilon Bondzio Weiser ergänzt.

Dafür notwendig waren eigene Verkehrs- bzw. Verfolgungszählungen, die 2018 an verschiedenen Werktagen und über unterschiedliche Zeiträume im Autobahnnetz sowie im untergeordneten Straßennetz durchgeführt wurden.   In diesen Erhebungen wurden alle auftretenden Kfz-Ströme, aufgeteilt nach Fahrzeugart und Fahrtrichtung, in fünfzehnminütigen Intervallen erfasst. Eine Fußgänger- und Radverkehrserhebung wurde ebenfalls durchgeführt. Das heißt, auch die Querungen des Rheins zu Fuß und mit dem Rad – über die bestehenden Brücken oder mit Hilfe der Rheinfähren – wurden erfasst.

Für den Untersuchungsraum standen nach der Bestandsaufnahme und den Erhebungen somit Verkehrsdaten von insgesamt über 500 Vergleichsquerschnitten zur Verfügung. Diese Daten bildeten die Grundlage für den Aufbau eines aktuellen Verkehrsmodells (Darstellung des Ist-Zustandes).

Verkehrsprognose 2030

Dieses Verkehrsmodell war die Grundlage für die darauf aufbauende Verkehrsprognose 2030. In die Prognose der zukünftigen Verkehre flossen nicht nur die Zählergebnisse, sondern auch Erwartungen zur Entwicklung der Region ein. Unter anderem die allgemeine Verkehrsentwicklung, die wirtschaftliche Entwicklung, die demographische Entwicklung, die strukturelle Entwicklung sowie die anstehenden Änderungen im Verkehrsnetz. Diese Faktoren können das zukünftige Verkehrsaufkommen erheblich beeinflussen. Beispielsweise bedeuten mehr Menschen oder mehr Unternehmen in der Region natürlich auch eine Zunahme des Verkehrs. In der Verkehrsprognose wurden auch alle Maßnahmen berücksichtigt, die in den „Vordringlichen Bedarf“ des aktuellen Bundesverkehrswegeplans (BVWP 2030) eingestuft worden sind oder gegenwärtig einen verfestigten Planungsstand aufweisen. Dazugehören neben dem Ausbau der A4 im Kölner Süden auch die Rheinspange 553 sowie der Ausbau an der A1 inkl. Leverkusener Brücke und der Ausbau der A565 inkl. Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn.

 

Verkehrliche Variantenbewertung

Das Prognosemodell ermöglicht die Bewertung der verkehrlichen Wirkungen und Auswirkungen (unterschiedlicher Varianten) des achtstreifigen Ausbaus der A4 im Jahr 2030 – insbesondere auch auf das untergeordnete Straßennetz in der Region Allerdings liegen die endgültigen Prognosezahlen für die verkehrliche Bewertung des 8-streifigen Ausbaus der A4 erst vor, wenn die Linie der „Rheinspange A553“ feststeht.

Zusammenhang mit der Rheinspange 553

Aus der Verkehrsuntersuchung lässt sich unter anderem ableiten, welchen Entlastungseffekt unterschiedliche, exemplarische Linienverläufe (nördlicher und südlicher Prognose-Planfall) der Rheinspange 553 für die Rodenkirchener Brücke haben. Bereits heute ist die Rodenkirchener Brücke mit durchschnittlich bis zu 135.000 Kraftfahrzeugen (Kfz) pro Tag zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Süd und der Anschlussstelle Köln-Poll stark belastet und es kommt im ganzen Kölner Süden beinahe täglich zu Staus. Ohne den Bau der Rheinspange 553 würde der Verkehr auf der Rodenkirchener Brücke im Jahr 2030 auf bis zu 158.700 Kfz pro Tag ansteigen.

Doch auch mit der Rheinspange wird die verkehrliche Belastung der Rodenkirchener Brücke weiter zunehmen, wenn auch nicht ganz so stark wie ohne sie. Das macht den zusätzlichen Ausbau der A4 und den Neubau der Rodenkirchener Brücke zwingend erforderlich. Im Jahr 2030 würde mit einer beispielhaften nördlichen Rheinspange der Verkehr durchschnittlich auf bis zu 139.800 Kfz pro Tag steigen. Mit einer beispielhaften südlichen Rheinspange würde der Verkehr sogar auf bis zu 146.100 Kfz pro Tag zunehmen.

Die neue Rheinspange sorgt also für eine deutliche Entlastung der A4 und der Rodenkirchener Brücke. Deren Ausbau ist aber immer noch notwendig.

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